FC Dornbreite - SSV B-Jgd  2:1 (1:1)



Bericht zum heutigen B-Jugendspiel
(Ironie und Ärger inbegriffen)

Heute durfte ich wieder meine alte Truppe coachen (mache ich immer wieder gern). Wenn man bedenkt, dass die Mannschaft zu Saisonbeginn aus 25 Spielern bestanden hat, dann dürfte die Frage der Aufstellung heute eigentlich zur Qual werden.

Nicht so, wenn man mit 10 Spielern aufbricht. Natürlich hat der kontinuierliche Aderlass mehrere Gründe, aber die jetzige Entwicklung erfüllt mich mit Zorn.

Von eigentlich 3 Torleuten steht keiner zur Verfügung. Herrn Freiberger bin ich jetzt 2mal hinterher gelaufen und habe mir jedesmal eine Abfuhr abgeholt. Von Teamgeist keine Spur. Pfeif drauf.

Andere fahren trotz Personalnot lieber zum HSV (und kommen dort nicht an, weil der Abend zuvor zu anstrengend war).

Markus Deetz sollte aushelfen, ist aber nicht erschienen.

Vasco hat irgendwie irgendwem mitgeteilt, dass er heute nicht kommt.

Der Wäschekoffer war da, aber es gab keine Torwarthose. Brauchen wir ja eigentlich auch nicht, haben ja keinen Torwart.

Fahren dennoch los. Geht ja nur gegen den Tabellendritten aus Dornbreite. Absagen ist unsportlich und kostet zudem 25 Euro. Wir 10 sind Sportler.

In Dornbreite angekommen stellt der ein oder andere (ganz überraschend) fest, dass dort Kunstrasen angesagt ist. Also keine Schraubstollen. Kein Problem, denn unsere Jugendspieler dürfen bei uns ja ohnehin nicht mit Schraubstollen trainieren bzw. spielen (habe ich mal gehört). Yaron aber hat Schraubstollenschuhe mit (und er hat auch nur diese). Macht nichts, spielen wir halt mit 9 Spielern.

Lars Christian hat sich bereit erklärt, das Tor zu hüten. Und das in feinem Zwirn, schließlich fehlt ja die Torwarthose. Rein in die Ausgehhose und rauf auf den Kunstrasen.

Soviel zur Vorgeschichte, jetzt zum Spiel:

Zehn Spieler (davon einer auf Turnschuhen), kein erfahrener Torwart, Gegner ist der Tabellendritte und das Wetter Scheiße: Beste Voraussetzungen für ein schönes Fußballspiel. Aber aufgeben gilt nicht. Ein Sereetzer kennt keinen Schmerz, wegen einem weniger gehen wir noch lange nicht nach Hause (Phrasenschwein bald voll). Und wehe, wir verlieren. So motiviert ging es in die ersten 40 Minuten.

Bis zur 10. Minute passierte relativ wenig. Dann kam Yorn, der bis dahin keine gute Figur ablieferte, mächtig aus dem Quark, rannte seinen Gegenspieler viel zu ungestüm im eigenen Strafraum nieder und der gute Schiedsrichter musste auf den Punkt zeigen. Lars ahnte die richtige Ecke, aber der Ball rutschte auf dem feuchten Plastik unter ihm hindurch zur Führung für Dornbreite.

Wehe, wir verlieren!

In der 23. Minute setzte sich Gerrit Lietz, dem man heute seine Verletzung doch noch anmerkte, auf der rechten Seite durch, flankte über den gesamten Strafraum. Dort stand der reaktivierte Corvin Fromm und köpfte den Ball mal schnell in den Winkel. 1:1 Ausgleich.

Wehe, wir verlieren.

Der Gegner erspielte sich zwar einige Chancen, aber wir Wenigen hielten dagegen und der reaktivierte Philipp und die Katze Lars hielten den Laden sauber.

40. Minute, Freistoß für uns 17 Meter vor dem Tor des Gegners. Jetzt Philipp nach vorn. Draufknallen, Führung in die Halbzeit nehmen. Den Ball durfte Philipp noch zurechtlegen, den Schuss aber nicht mehr ausführen. Halbzeitpfiff. Wohl regelgerecht, aber doch sehr ungewöhnlich.

Halbzeit, wehe, wir verlieren. Ich lies die mitgefahrenen Mütter und Väter warmlaufen, man weiß ja nie.

Bislang war nicht zu erkennen, dass wir in Unterzahl angetreten waren. Alle stemmten sich gegen die Niederlage, kämpften, grätschten, köpften und machten ein wirklich gutes Spiel. Aber konnten sie das in der zweiten Halbzeit so weiterspielen?

Der Gegner konnte uns in Hälfte zwei nicht wirklich bezwingen, obwohl Sie natürlich ein optisches Übergewicht hatten. Aus einer Situation entwickelte sich die 2:1 Führung der Dornbreiter. Vielleicht abseits, aber das ist ja bekanntlich nur, wenn der Schiri pfeift. Und der pfiff, leider Richtung Anstosspunkt. Folgt jetzt der Einbruch?

Wehe, wir verlieren.

Nein, nein, keiner wollte aufgeben. Der Gegner wechselte weitere Spieler ein, ich wollte den Spielfluss nicht stören und beließ die Stammzehn. Und die erspielte sich auch Chancen. Nach einer Ecke scheiterte Ole nur knapp. Letzte Chance, Ecke für uns, alle nach vorn, aber Ole verließ die Kraft und die Ecke landete hinter dem Tor.

Doch verloren, aber nur, was das Ergebnis angeht.

Moralischer Sieger sind sie geworden. Kaum einer der Zuschauer hat gemerkt, dass sie 80 Minuten zu zehnt gespielt haben. Sie haben ihren Pessimismus vor Spielbeginn besiegt, denen, die noch zum Kader gehören, gezeigt, was Sports- und Teamgeist bedeuten.

Nachholen möchte ich noch die Namen derjenigen, die ich noch nicht erwähnt habe (geht ja heute schnell): Auch Maik, dem ich in der zweiten Halbzeit vom Grätscher zum Zweikampfspezialisten verhelfen musste, Lennart, Yaron (der mit den Turnschuhen) und Gerrit Capelle. Auch Sie gehörten diesem denkwürdigen Spiel an.



Bericht: Michael Drenckhahn

Fotos: keine

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