Mit einem enorm wichtigen Derbysieg gegen den
Erzrivalen aus Sereetz katapultieren wir uns endgültig aus unserem
Formtief und können die letzten blassen Wochen etwas vergessen machen.
Denn dieser Erfolg übertüncht die durchwachsenen Resultate der
letzten Spiele, in denen man von möglichen 15 nur marginale zwei Punkte
einheimsen konnte. Doch rechtzeitig zum bisher wichtigsten Saisonspiel waren
alle Aktiven wieder voll fokussiert und in der Lage das Beste aus ihren
Körpern herauszukitzeln, was gegen kombinationsstarke und ebenfalls
hochmotivierte Sereetzer auch zwingend nötig war. Angetrieben von unseren
lautstarken Anhängern verstanden wir es in den ersten Spielminuten, den
Ball sicher durch unsere eigenen Reihen zirkulieren zu lassen. Trotz einer
Halbchance der Hausherren war deutlich zu spüren, dass wir an
diesem Tage nur schwer zu bezwingen sein würden. Spätestens in der 7.
Spielminute durfte auch der letzte Pessimist mit dem Träumen beginnen.
Nach schöner Eckenvariante konnte Capitano Patrick Farklas eine
gefühlvolle Berkele-Ecke ins lange Eck einschädeln. Bei den
anschließenden Jubelszenen wäre wohl jedem neutralen
Fußballfan die Kinnlade heruntergefallen, sieht man solch Szenen
wahrscheinlich erst aufwärts der Regionalligen. Mit kleinen Böllern
aus unserem Block (hier wurde im Eingansbereich wohl nicht ausreichend
kontrolliert ;) ) wurde der ohnehin schon aufgeheizten Stimmung noch
zusätzliche Würze verliehen die aufkommende Dunkelheit tat ihr
Übriges, weshalb sich der Ein oder Andere wohl als Protagonist eines
Champions-League-Spiels vorgekommen sein muss. Ironischerweise war es dann
Julian Gerlach, der unter der Woche beim Dortmunder Auswärtsauftritt in
Madrid weilte, der mit einem Befreiungsschlag (ob nun gewollt oder
unbeabsichtigt wollte Gerlach den wartenden Journalisten nicht mitteilen)
Maximilian Bierhals auf die Reise schickte, der diesen Geniestreich
antizipierte. In gewohnt gekonnter Manier konnte Bierheide den
etwas zu weit aufgerückten Sereetzer Schlussmann per Lupfer
überlisten und schon stand es 0:2! Dem anschließend mit
Sprechchören gefeierten Torschützen war dies sicherlich zu
gönnen, hatte dieser in der Vorwoche in Moisling trotz eines Tores etwas
die Seuche am Fuß. Mit zur Halbzeit dominierten die Gastgeber zwar den
Ballbesitz, doch bissen sie sich immer wieder an unserer an diesem Tage
sensationellen Hintermannschaft die Zähne aus. Mit einer 2:0 Führung
im Rücken konnten wir auch in der zweiten Halbzeit dem Spiel unseren
Stempel aufdrücken und dabei beschränkten wir uns nicht nur
auf das Verteidigen des Vorsprungs, sondern verstanden es auch mit
blitzschnellem Kontern für Gefahr im gegnerischen Sechzehner zu sorgen. In
der 48. Spielminute dann beinahe die Entscheidung, doch Alexander Weiß
scheitere nach schöner Flanke Bierhals per Kopfball am
überragend reagierenden Torwart. Doch blieb das wohl die einzig richtig
gefährliche Szene der gesamten zweiten Halbzeit. Wir mussten nicht,
Sereetz konnte an diesem Tage anscheinend nicht mehr zulegen. Mit geschickter
Raumaufteilung und weiterhin sehr starkem Zweikampfverhalten wussten wir dem
Lokalkonkurrenten den Schneid abzukaufen. Wirklich gefährlich wurde es
maximal in der 92.! Spielminute, als ein Distanzschuss ca. 2 Meter am unserem
Tor vorbeizischte. Schlussendlich ein völlig verdienter Derbytriumph, der
anschließend mit der Anhängerschaft noch auf dem Platz gefeiert
wurde. Auch an dieser Stelle nochmals ein riesiges Dankeschön an unsere
fantastischen Fans so was sucht im Kreis Ostholstein sicherlich
seinesgleichen! Somit ist die Hinrunde bereits Geschichte. Eine bisher
durchwachsende Serie fand ihren krönenden Abschluss mit diesem
historischen Sieg. Nach einer Schwächeperiode von fünf Spielen machen
die Auftritte von Moisling und Sereetz wieder extrem viel Lust auf mehr. In den
noch ausstehenden vier Pflichtspielen in diesem Kalenderjahr wollen wir
unbedingt nochmals zahlreich punkten, um uns für die Rückserie 2013
in eine interessante Ausgangsposition zu manövrieren. Gelingt es uns, die
spielerischen und kämpferischen Elemente der letzten 180 Minuten auch mit
in die kommenden Spiele zu transferieren, steht einem sehr erfolgreichen
Jahresabschluss (mitsamt der Kunstrasen-Eröffnung!) nichts im Wege.